Ein höchst unwissenschaftlicher Bericht vom Nature Journaling.
Blüte? Wie erkläre ich mich da raus? Das Wort steht so im Journal. Das Fragezeichen dahinter fällt kaum auf. Wie rette ich mich? Vielleicht mit dem Klimawandel. Denn natürlich sind Magnolienblüten am 6. September denkbar.
Der Nature Journaling Workshop an der Melanchthon-Akademie führte uns hinaus ins Freie. Gemeinsam gingen wir auf die Jagd nach Wundern, nach Motiven. Große und kleine Fragen begleiteten uns sowieso.
Ich hob den Kopf, mein Blick fing sich im von der Mittagssonne durchfluteten Magnolienbaum. Zwischen dem hellgrünen Blattwerk leuchteten rosafarbene Bewohner.
Wer seid ihr Hübschen?
Blüten! Blüten!
So dachte mein suchendes Ich, denn so wirkten sie auf mich: prall gefüllte Kammern in leuchtenden Pinktönen.
Zu Füßen des Stamms lagen abgefallene Gebilde. Das Objekt meiner laienhaften Studien war gefunden: eine Blüte, ein … Flamingokopf.
Die Blüte entpuppte sich als Fruchtstand. Natürlich. Aber es hätte ja sein können …
Fasziniert von den Baumgaben nahm ich ein Schwesternpaar der faszinierenden Alien-Flamingos mit nach Hause.
Sie verloren Farbe und Form. Die Risse wurden größer, sie vertrockneten. Doch im gleichen Maße trat hervor, was ihre eigentliche Bestimmung war: die Zukunft gestalten.
Kerne.
Sie brachen hervor, sprengten die schützenden Reste des Fruchtfleisches, übernahmen die Dominanz im Farbspektrum. Auf das schwindende Pink folgte ein leuchtendes Orange.
Mission erfüllt. Die neue Saat.
Heute, eine Woche später, weiß ich ein wenig mehr über die Magnolie im Jahreslauf. Die Schwesternschaft der Baumflamingos in ihrer Septemberblütezeit bleibt mir aber erhalten, als fast greifbar nahe Nebenwelt.
















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