Letzte Nacht träumte ich, ich wäre wieder auf Yondersand.

Die Ärztin fixiert ihren Bildschirm, weicht meinem Blick aus. „Sie sollten das aufschreiben.“
Ich nicke, reibe meine Augenlider. Erinnere den salzigen Kuss.
„Sie müssen das aus Ihren Gedanken bekommen.“
„Ja.“ Ich lege die Handflächen auf die kalten Wangen. Spüre die feinen Sandkristalle.
Sie hat die Geduld mit mir verloren. Ich verschweige zu viel.

Sie steht auf, wünscht mir alles Gute. Essstörung, Burnout, Depression – genau ihre Themen.
Die Wahrheit über die Insel aber – damit bleibe ich allein.

Ich stehe still zwischen leeren Waagschalen, tippe sie an. Sie schwingen in Erwartung. Erleichterung oder Verlust – was wird schwerer auf meinem Gemüt lasten, liebe Liv?

Man kann ein Wort schreien, zwei Sätze herauspressen, die Botschaft in ein Gedicht kondensieren, das Thema in einem Essay über die Unzulänglichkeit des Allgemeinen beleuchten – Ratschlag lässt sich in viele Formen gießen.

Vergebene Mühe, wenn er nicht befolgt werden will, die Hand stets wieder nach dem Schleier greift.

Was nützt es, einen Reiseführer zu verfassen, wenn ich doch nichts und niemand zu diesem Ort leiten möchte?

Bleibt fern!
steht auf der ersten Seite. Das ist mehr als eine sperrige Widmung. Ich will euch dort nicht. Wem das nicht reicht, der wird durch unzulängliche Wegbeschreibungen abgeschreckt. Verharre sicher auf deinem Sofa, Sinnsucher!

Schwelt die Neugier weiter?
Dann blättere um und folge mir nach Yondersand.

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