Jedes Gemüse erzählt eine Geschichte.
Initiative gegen die mediale Vorherrschaft saisonaler Sorten.
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Blumenkohlweißchen
Blumenkohlweißchen war ein makelloser Salatdickkopf.
Schon als Knospe kannte sie ihre Bestimmung: ein alabasterfarbenes, zartes Cremeschaumsüppchen, zweiter Gang eines Galadiners. Auserlesene Zutaten. Mit sich im Topf würde sie allenfalls eine Handvoll schwächlicher Schalotten dulden. Als Tellerdeko ein wenig devoten Dill.
Die vakuumisierten, ausgekochten Beetschwestern zwei Regale über ihr waren von anderem Blut. Und eben jenes tropfte rot und satt an diesem unseligen Dienstagmorgen aus der perforierten 500-Gramm-Packung auf ihr Gesicht.
Blumenkohlweißchen weinte bitterlich, schauderte bis tief in den Strunk. Endstation: rustikaler Eintopf.
Oh Gemüsegott, wie sehr sie Sellerieknollen verabscheute …






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